Formular fast fertig.
Noch kurz Unterlage suchen.
Zurück zum Browser.
„Ihre Sitzung ist abgelaufen.“
Datenschutz erfolgreich.
Gedächtnis leider ebenfalls.
PDF herunterladen.
Am Rechner ausfüllen.
Ausdrucken.
Unterschreiben.
Einscannen.
PDF hochladen.
Ein Dokument kann auf seinem Weg durch einen digitalen Prozess erstaunlich viel Papier kennenlernen.
Mit Deutschlandticket ist Nahverkehr angenehm simpel. Ohne Abo merke ich bei einzelnen Fahrten erst wieder, wie schnell Preisstufen, Tarifgebiete und Verbundgrenzen relevant werden können. Ich möchte eigentlich von A nach B. Das Ticketsystem möchte gelegentlich vorher wissen, wie interessiert ich an regionaler Verkehrsgeografie bin.
Sich mit dem Personalausweis online identifizieren zu können ist eigentlich ziemlich praktisch. Dafür müssen allerdings Online-Ausweisfunktion, persönliche PIN, AusweisApp und ein NFC-fähiges Smartphone oder Kartenleser zusammenkommen. Wenn alles eingerichtet ist, wirkt es modern. Beim ersten Mal fühlt es sich noch ein bisschen wie ein kleines Technikprojekt an.
Wenn ich ein Führungszeugnis oder eine andere amtliche Leistung online suche, achte ich inzwischen genauer darauf, auf welcher Seite ich gelandet bin. Zwischen den Suchergebnissen können kommerzielle Vermittler erstaunlich offiziell aussehen. Man möchte ein Dokument vom Staat und kauft sonst eventuell zuerst eine Dienstleistung darüber, wie man dieses Dokument bekommt.
Freund in Stadt A: online erledigt, PDF bekommen, fertig. Stadt B: Termin suchen, vor Ort erscheinen, Papier mitbringen. Gleicher Staat, ähnliche Lebenssituation, erstaunlich unterschiedliche Benutzeroberfläche. Föderalismus ist im Alltag manchmal vor allem etwas, das man an Formularen kennenlernt.
Frage: Was muss ich nach einem Umzug erledigen?
Bund: Information A.
Land: Information B.
Kommune: zuständig für C.
Google: zusätzlich sechs Seiten mit Stand 2019.
Man wollte eigentlich nur eine Checkliste.
Anmelden, um einen Eintrag zu schreiben.